Herzenspost

Was, wenn die Ursachen unserer heutigen Themen viel tiefer liegen, als wir denken?
In diesem Interview gibt Jana Grossmann Einblick in die Transpersonale Regressionstherapie – eine Methode, die psychotherapeutische Arbeit mit spirituellen Ebenen verbindet. Wir sprechen über frühere Leben, emotionale Prägungen, den Ablauf einer Sitzung, die Bedeutung von Offenheit und warum achtsame, nicht-manipulative Begleitung so zentral ist. Ein spannender Beitrag für alle, die sich für ganzheitliche Heilungswege und nachhaltige Veränderung interessieren.

Manuela – Ich spreche heute mit Jana Grossmann, einer erfahrenen Therapeutin, die seit 20 Jahren Rückführungen anbietet, viel Erfahrung für innere Seelenarbeit mitbringt und bei internationalen Therapeuten wie Paul Aurand, Andy Tomlinson ausgebildet wurde.

Mein Name ist Manuela Plößnig. Ich habe bei Jana die 2jährige Ausbildung zur Transpersonalen Regressionstherapie gemacht und Rückmeldungen meiner Klienten zeigen mir immer wieder wie effektiv diese Methode wirkt.

In einer Welt, in der Heilung oft an die Grenzen des rationalen Verstehens stößt, öffnet die Transpersonale Regressionstherapie ein Tor zu tieferen Schichten des Bewusstseins. Sie gehört zu den Ansätzen, die klassische psychotherapeutische Verfahren mit spirituellen Elementen verbinden. Ziel ist es, durch eine gezielte Rückführung in frühere Lebensphasen emotionale Blockaden, unbewusste Muster oder tief verwurzelte Ängste aufzuspüren und zu bearbeiten. Und das bezieht sich nicht nur auf das heutige Leben, sondern bezieht auch frühere Leben mit ein. So ist es mir eine Freude im Gespräch mit Jana tiefer in das Thema einzutauchen.

 

Manuela – Jana, bitte erzähle uns zu Beginn wie bist du persönlich zu dieser Methode, zur Transpersonalen Regressionstherapie gekommen – gab es für dich ein Schlüsselerlebnis?

Jana – Es gab tatsächlich ein Schlüsselerlebnis. Und es war meine erste Begegnung mit früheren Leben. Ich war noch recht jung, meine kleine Tochter war noch klein und immer, wenn sie weinte, dann hat mich das so innerlich gereizt, also viel mehr als normal wäre, wenn ein Kind weint. Es hat mir so die Kraft genommen, das war nicht zu verstehen, da ich sonst ein eher geduldiger Mensch bin. Es war eigentlich kein besonderer, Tag, aber mir kamen Gedanken in den Kopf, und dann tauchten Bildern in mir auf, es war als wäre ich in einer anderen Zeit, die Landschaft war trocken, ich sah diese Planwagen, es sah aus wie in den Filmen mit den Indianern und diese Planwagen wurden überfallen, alle getötet bis auf mich, ich war ein Junge von etwa 10 Jahren und ich hab es geschafft schwer verletzt etwas abseits zu kommen. Ich lag da wie im Koma kurz vor dem Sterben und immer wieder riss mich das Weinen eines Babys aus diesem Zustand heraus. Es war so anstrengend, ich wollte nur noch die Augen schließen und weg triften, dann weinte das Baby wieder und so ging das weiter. Dieses Kind hatte in einem der Planwagen geschlafen und hatte so überlebt. Wir haben am Ende beide überlebt und sind von einer Frau aufgenommen worden und konnten dort lange bleiben. Diese Frau war im heutigen Leben übrigens meine beste Freundin. Aber was sich nach diesem Tag verändert hat war, dass mich das Weinen meiner kleinen Tochter einfach nicht mehr so gestresst hat. Das anstrengende Gefühl gehörte wohl zu dem Jungen, der einfach nur schlafen wollte. Und das Baby von damals war heute meine kleine Tochter.

 

Manuela – Welch ein erstaunliches Erlebnis! Und es zeigt auch gut wie wir über die Leben hinweg verbunden sind, wie wir uns auch immer wieder über Leben hinweg begegnen. Aber lass uns jetzt tiefer in das Thema selbst einsteigen. Wir wollen heute über Transpersonale Regressionstherapie sprechen. Das klingt als Begriff etwas sperrig. Ich merke das, wenn mich Menschen fragen, nach welcher Methode ich arbeite. Da kann man sich auch nicht gleich etwas darunter vorstellen. Ich muss das immer erst ein bisschen erklären. Was sagst du, Jana, was versteht man genau darunter? Und wie unterscheidet sie sich von anderen, klassischen Therapieformen? Was hebt sie auch ab von anderen Therapieformen?

Jana – Regression heißt, vergessene Erfahrungen wieder zu erleben. Wir gehen in der Zeit zurück – nicht wirklich, aber wir öffnen den Zugang zu Erinnerungen, die wir heute noch in unserem Unterbewusstsein, unserem Körper und auch in unserer Seele tragen. Dabei arbeiten wir mit allen diesen Ebenen, dem Verstand, den Gefühlen, dem Körper und der seelischen Ebene.

Es geht immer wieder darum herauszufinden, wo Verletzungen egal in welcher Form, stattgefunden haben. Es geht genau darum diese zu lösen und Frieden zu finden. In der Regression (zu deutsch Rückführung, zurück gehen) geht das Unterbewusstsein oder die Seele in eine traumatische oder ungelöste Situation aus der Vergangenheit zurück, die mit dem Problem oder Symptom oder Thema von heute zusammenhängt, egal wo dieses liegt.

 

Manuela – Jetzt hast du uns eine Idee von der Methode selbst gegeben. Doch wie läuft nun so eine typische Sitzung ab? Kannst du uns da einmal durch so eine Sitzung hindurch führen?

Jana – Die meisten Sitzungen beginnen mit einem ausführlichen Vorgespräch in dem wir das Thema, das Problem, das Muster, die Symptome gemeinsam näher betrachten. Erst dann beginnt die Sitzung meist mit einer geführten Entspannung. Der Klient darf dabei liegen, so kann der Körper besser loslassen. Oft wärmen wir dann zuerst einmal alle Sinne auf, das Sehen, Riechen, Hören und Fühlen. Dann beginnen wir durch die Zeit zurück zu reisen und der Klient erzählt selber was er wahrnimmt, sieht und fühlt. Von dort an führen wir zu wichtigen Szenen in z.B. einem früheren Leben, die alle mit dem heutigen Thema des Klienten zu tun haben. Der Klient erzählt über jede Szene, die sich für ihn entfaltet. Wir suchen dabei die allerwichtigste Situation, die gespeichert ist, und die immer noch eine starke emotionale Ladung enthält. Wir suchen also das Ereignis, welches bis heute ins Leben wirkt. Dann lösen wir an dieser Stelle auf, bringen Verständnis und Ruhe hinein und das wirkt sich meist sofort im heutigen Leben aus. Wenn alles gelöst ist, dann kommt der Klient ganz langsam wieder ins Hier und Jetzt zurück, es gibt meist ein kurzes Nachgespräch um zu schauen, dass alles verstanden wurde was da erlebt wurde und wie der Zusammenhang mit dem Thema des Klienten ist.

Jana – Wie ist das bei dir, Manuela? Erlebst du das ähnlich in deiner Praxis?

Manuela – tatsächlich erlebe ich das ganz ähnlich. Der Ablauf einer Sitzung ist der gleiche. Allerdings bevorzugen meine Klienten zumeist meinen Relax-Sessel, wo sie sich selber eine bequeme Lage zwischen Liegen und Sitzen suchen.

Viele Klienten haben Erfahrungen mit Entspannungstechniken, was das Eintauchen in das Thema erleichtert. Aber manche haben da noch keine Erfahrungen. Dann braucht es zuerst einmal ein Heranführen, auch in welcher Form Informationen aus dem Unterbewusstsein wahrgenommen werden können. Viele erwarten sich da Bilder. Doch nicht jeder ist visuell veranlagt. Es können z.B. auch Worte kommen oder man weiß einfach etwas oder fühlt etwas. Dies vorab zu erklären, nimmt die Angst, dass sich nichts zeigt. Manchmal mache ich auch eine kleine Übung mit ihnen vorab. Ich bitte sie die Augen zu schließen und sich innerlich ein Stück Obst vorzustellen. Das zeigt ihnen, mit welchen Sinnen sie innerlich etwas wahrnehmen.

 

Manuela – Und das führt mich zu meiner nächsten Frage – was sind für dich die wichtigsten Voraussetzungen, damit eine Regressionstherapie erfolgreich wirken kann? Was würdest du da sagen, Jana?

Jana – Also ich meine, dass jede Sitzung Wirkung im Leben des Klienten zeigt. Ich wollte sagen, dass man entspannen kann, aber das stimmt nicht wirklich. Wenn ein Klient nicht entspannen kann, dann gibt es ein Thema darunter. Und meist hat das mit dem Thema zu tun, mit dem der Klient kommt. Wir arbeiten dann einfach etwas anders und kommen trotzdem an den Punkt, den auslösenden Moment, der für das heutige Leben Auswirkung zeigt. Ich würde also eher sagen, die Voraussetzungen sind eine gewisse Neugier, und eine Offenheit herausfinden zu wollen.

 

Manuela – Nun zu einem weiteren Aspekt der Methode. Da ich dich in deiner Arbeit kennengelernt habe, weiß ich, dass du großen Wert darauf legst, nicht manipulativ zu sein. Wie stellst du das sicher? Kannst du uns einen Einblick dazu geben? Und vielleicht kannst du uns auch erklären, warum du das für so wichtig erachtest.

Jana – Ja das stimmt. Ich selber möchte in keiner Weise manipuliert werden und grade bei unserer Arbeit sollte das wirklich ein hoher Wert und Anspruch sein. Wir lernen das in der Ausbildung und ich achte wirklich sehr darauf, dass jeder Schüler alleine schon in seiner Sprache während einer Sitzung ganz offen bleibt. Man kann so leicht etwas in der Sprache unterschwellig hineingeben…  Ein Beispiel… gar nicht so einfach, weil wir diese Sprache nicht benutzen… Also ein Klient erzählt, dass er in einer Situation sehr wütend war und später finden wir heraus, dass der andere den Berg hinuntergestürzt ist… dann könnte man fälschlicherweise fragen „Aber dann hast du ihn doch da hinunter gestoßen?“ Das sind Vermutungen und wir wissen das ja gar nicht. In der offenen Sprache fragen wir einfach nach anstelle zu unterstellen. „Ah, du bist wütend und was passiert dann?“ oder „Schau an dir herunter und sage mir was für Kleidung du trägst“ … das sind offene Fragen. Siehst du den Unterschied?

 

Manuela – Ja, danke Jana, das sind gute Beispiele und zeigen auch, wie schnell wir dabei sind etwas zu bewerten und zu beurteilen ohne die genauen Umstände zu kennen. Umso wichtiger ist es damit achtsam in einer Sitzung mit Klienten und Klientinnen umzugehen, sodass sie unverfälscht auf ihre eigenen Erinnerungen aus dem Unterbewusstsein zugreifen können. Voraussetzung dafür ist auch ein Trancezustand, d.h. eine tiefer Entspannungszustand, der es ihnen erleichtert auf ihre vergangenen Erinnerungen und vergrabenen Gefühle zuzugreifen. Jana, welche Techniken oder Hilfsmittel setzt du dabei ein, um so eine tiefe Entspannung zu erreichen?

Jana – Das ist gar nicht so schwierig. Wir lenken die Aufmerksamkeit des Klienten auf einen Punkt, das könnte die Atmung sein, oder auf ein inneres Bild, das alleine führt bereits in einen anderen Zustand. Dann gibt es eine geführte Entspannung, in der wir all die Muskeln im Körper entspannen lassen und dabei gibt es Anweisungen für die Entspannung. Man könnte eine Treppe hinunter gehen lassen in der Vorstellung und mit jeder Stufe den Klienten noch tiefer entspannen lassen. Unter Trance versteht man meist, dass man nicht mehr ganz hier ist und nichts mehr mitbekommt. Das ist nicht der Fall. Unser ganzes System, auch der Verstand muss mitbekommen was passiert ist und zum heutigen Thema geführt hat. Wir suchen nicht einen Zustand, in dem man „out“, weg, ist. Es gibt also sehr verschiedene Methoden. Und manchmal braucht es gar keine Methode, weil der Klient durch sein Erzählen schon in eine leichte Trance geht.

 

Manuela – Jetzt möchte ich noch auf einen anderen wichtigen Aspekt eingehen. Ein wesentlicher Teil der Transpersonalen Regressionstherapie sind Interventionen, mit dem Ziel Blockaden, sich wiederholende Muster oder sonstige hartnäckige Probleme aufzulösen. Das ist ja auch der Grund, warum Klienten kommen. Und da habe ich bei dir eine ganze Reihe von verschiedenen Interventionen kennengelernt. Kannst du uns ein paar typische Beispiele nennen, auch in welchen Situationen du welche Intervention du anwendest?

Jana – Also ein verständliches Beispiel. Stell dir vor ein Klient kommt mit einem Symptom der Schilddrüse. Nun bin ich vorsichtig, weil wir ja nicht „heilen“ sagen dürfen, das tun ja nur Ärzte und solche Leute, aber man erzählt mir vielleicht, dass gesagt wird, man hätte Hashimoto. Man sagt, dass die Schilddrüse nicht mehr richtig funktioniert um es ganz einfach zu beschreiben. Ich bin kein Arzt, aber das hört man ja öfter mal. Und jetzt wollen wir in der Sitzung die Ursache dafür anschauen. Und vielleicht finden wir eine frühere Lebenszeit, in der der Klient erhängt wurde. Dann kannst du dir vorstellen, dass das allerletzte was dieser Mensch in dem früheren Leben gespürt hat, die Enge der Schlinge um seinen Hals war. Das Ganze ist dann vielleicht noch in einem Umfeld, wo der Klient in diesem Leben so vielen Menschen Gutes getan hat und diese schimpfen nun auf ihn und er versteht das alles gar nicht… eine sehr ungute Situation. Der Druck am Hals durch die Schlinge wird über den Tod mitgenommen und erscheint, weil es gelöst werden möchte, im heutigen Leben wieder und führt zu den Symptomen, die man Hashimoto nennen könnte. Die Intervention könnte sein, dass wir die Schlinge abnehmen und anschauen was das wirklich passiert ist und warum, bis der Klient alles versteht und endlich Frieden einkehren kann.

 

Manuela – Das ist ein sehr anschauliches Beispiel und gibt nochmals einen guten Einblick wie mit dieser Methode gearbeitet wird. Dann komme ich zu meiner letzten Frage – wie siehst du die Rolle der Transpersonalen Regressionstherapie in der heutigen Therapie-Landschaft? Wird sie ernster genommen als früher?

Jana – Ja absolut. Wir erreichen Ergebnisse in nur wenigen Sitzungen. Nachhaltig und bleibend und das Leben des Klienten definitiv positiv verändernd. Ich würde mir sehr eine engere Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychologen wünschen, vor allem dann, wenn diese selber nicht weiterkommen mit einem Patienten. Unsere Arbeit könnte sehr hilfreiche Impulse für die Behandlung durch den Arzt geben. Das vermisse ich leider immer noch sehr.

 

Manuela Jana, vielen Dank für diesen Einblick in die Welt der Transpersonalen Regressionstherapie. Sie ist für mich immer wieder eine faszinierende Möglichkeit jenseits der herkömmlichen therapeutischen Methoden, eine Methode, die klassische therapeutische Werkzeuge mit spirituellen Konzepten verbindet – und dabei klare Strukturen verfolgt und methodische Kompetenz verlangt. Und uns beide würde es freuen, wenn wir euer Interesse daran geweckt haben.

Eine Antwort

  1. Liebe Manuela, genau das spüre ich in deinen Sitzungen. Und ich weiß, dass es noch versteckte Muster gibt, die es zu lösen gilt.
    Danke für diese Mitteilung

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